eks und Klimawandel:
Ein Interview für nordwest2050

Im Rahmen des Forschungsprojekts nordwest2050 standen unsere Mitarbeiter Michael Klein, Bereichsleiter Betriebswirtschaft & EDV sowie Silke Kohnert, Projekt "Speisespaß", Rede und Antwort.

Welche Folgen des Klimawandels haben konkret Auswirkungen auf Ihr Unternehmen?
Gerade die Landwirtschaft, von der wir ja abhängig sind, ist von extremen Wetterlagen betroffen. Das kann zu Problemen bei der Beschaffung gleich bleibender Produktqualitäten und den erforderlichen Mengen führen. Die Zunahme von Wetterextremen kann außerdem einerseits die eigenen Transportwege und damit unsere eigene Logistik gefährden, aber auch zu Engpässen in der Beschaffung von Produkten führen, zum Beispiel bei Missernten. Die damit einhergehenden Preisschwankungen stellen für unser Unternehmen eine hohe Herausforderung dar. In Zukunft müssen wir aber auch bei steigenden Temperaturen und häufiger auftretenden Hitzeperioden mit einem höheren Energieaufwand für die Klimatisierung der Arbeitsbereiche und für die Kühlung in den Produktions- und Lagerräumen rechnen.

Gibt es Maßnahmen in Ihrem Unternehmen, die neben der angedachten Verpflegungslinie umgesetzt werden sollen?
Der Energieaufwand ist bei einer Produktionsanlage wie unserer ein besonders großer Posten im Budget. Wir setzen bereits moderne, effiziente Anlagen ein, da aber die Entwicklung nicht still steht, wird es auch zukünftig hier noch Möglichkeiten einer noch effi zienteren Ressourcennutzung geben.

Gibt es auch Chancen für Ihr Unternehmen, die der Klimawandel mit sich bringt?
Die Konsumenten ernähren sich zunehmend bewusster, nicht zuletzt durch die steigende Beachtung des Themas „Ernährung“ in den Medien. Bislang stand in der Berichterstattung der Gesundheitsaspekt im Vordergrund. Zunehmend finden aber auch die Auswirkungen der Ernährungsgewohnheiten auf das Klima Beachtung. Die Veränderung der Ernährungsgewohnheiten und eine „bewusste Ernährung“ unter Nachhaltigkeits- und Umweltaspekten kann für uns ein Wettbewerbsvorteil bedeuten, indem wir uns mit unserem Angebot frühzeitig darauf einstellen. Auch durch eine verstärkte Zusammenarbeit mit Erzeugern aus der Region können wir zum Beispiel zur Förderung einer umweltverträglichen Landwirtschaft beitragen.

 

 

Auch durch eine verstärkte Zusammenarbeit mit Erzeugern aus der Region können wir zum Beispiel zur Förderung einer umweltverträglichen Landwirtschaft beitragen.



Michael Klein | Silke Kohnert Michael Klein | Silke Kohnert
 



Was würde Ihrer Meinung nach passieren, wenn man sich nicht auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet?
Wenn bestimmte Lebensmittel nicht mehr einfach beschafft werden können oder sich das Angebot durch Verschiebungen von Beständen, Anbauregionen und Kulturen in der Landwirtschaft verändert, wird der Kostendruck, unter dem die Branche ohnehin steht, noch stärker zunehmen.
Im schlimmsten Fall könnte es zu Produktionsausfällen kommen, wenn einzelne Nahrungsmittel durch den Klimawandel knapp werden. Würden wir uns nicht frühzeitig
auf Veränderungen am Markt einstellen, wären wir nicht wettbewerbsfähig.

Was erhoffen Sie sich von der Beteiligung an
‚nordwest2050‘?
Durch die Zusammenarbeit im Projekt lernen wir auch andere Praxispartner kennen, wodurch wir uns in der Region weiter vernetzen können. Wir würden uns wünschen, dass sich in Zukunft neue Geschäftskontakte herausbilden, die
die innovativen Prozesse der Klimaanpassung unterstützen helfen.

Wie sieht Ihr Unternehmen im Jahr 2020 aus?
Natürlich hoffen wir, dass wir unser Wachstum der vergangenen Jahre auch in den nächsten zehn Jahren und darüber hinaus fortsetzen können. Wir fühlen uns mit der Region verbunden und wollen hier auch in Zukunft den Schwerpunkt unserer Geschäftstätigkeit halten. Wir gehen davon aus, dass wir mit dem verstärkten Einsatz regionaler Erzeugnisse auch nochmals eine qualitative Verbesserung unseres Speisenangebots für unsere Kunden erreichen.